von 1912

Den Anfang machten im Jahr 1912 einige Sportler des Turnvereins.

Der damalige Vorstand, Bäckermeister Karl Schloder, kam auf die Idee, einen Schäfflertanz aufzuführen. Mit dem ertanzte Geld sollte der Bau einer Turnhalle am Viehmarktplatz finanziert werden. Damit war nicht nur der Schäfflertanz, sondern auch die Idee geboren, auf diese Weise Geld zu Gunsten der Moosburger Sportler zu sammeln.
Mit Stolz können die Moosburger Schäffler seitdem auf das nicht alltägliche Privileg verweisen, dass sie von den sogenannten ,,Urschäfllern", den Münchner Schäfflern, im Jahr 1912 die Genehmigung bekommen haben, für gute Zwecke zu tanzen. Diesen "Auftrag" haben sich die Moosburger Schäffler seit über 80 Jahren bis heute zu Herzen genommen. Der eigentliche Abstand zwischen den Tanzaufführungen ist sieben Jahre.

Dieser Rhythmus wurde in Moosburg anlässlich der 1200-Jahr-Feierlichkeiten gebrochen und seitdem ein fünfjähriger Turnus beibehalten. Die nächste Aufführung ist somit im Fasching 2017. Mit der Gründung der SGM wurden die Schäffler des Turnvereins als eigene Abteilung in den Großverein integriert. Seit dem 1.1.2005 sind die Schäffler ein eigenständiger Verein mit dem Namen: „Moosburger Schäffler von 1912 .e.V.“. Der Verein hat derzeit etwa 40 Mitglieder, die während und vor einer Tanzsaison viel Freizeit und auch Urlaubstage für den guten Zweck opfern.

Damals wie heute zeigen die Aktiven zu den Klängen der Stadtkapelle die traditionellen Figuren. In ihren roten Jacken, schwarzen Kniebundhosen, weißen Kniestrümpfen, schwarzen Haferlschuhen und einem Federbusch auf dem grünen Hut, erinnern die Moosburger Schäffler an die alte Gilde, die nach der schweren Pest im Jahr 1517 einst mit ihrem Tanz die Leute wieder aus ihren Häusern lockte.

Während einer Tanzsaison führen die Moosburger Schäffler ihren Tanz bis zu 20 Mal an einem Tag auf. Ein Auftritt dauert etwa 25 Minuten. Das erfordert von den Tänzern Taktgefühl, Disziplin und eine gute Fitness.

Der Erlös der Aufführungen kommt der Jugendarbeit der Moosburger Sportvereine zugute. Dafür verzichten die Tänzer gerne auf finanzielle Zuwendungen. Der Applaus der Zuschauer während und nach der Aufführung, sowie ab und zu eine kleine Brotzeit, sind die einzige Gage für die Aktiven. In den vergangenen Jahren wurde die Tanzsaison immer an einem Freitagabend drei Wochen vor dem Faschingswochenende mit einem Gottesdienst eröffnet. Anschließend marschierten die Schäffler zum ersten Tanz für den Bürgermeister vor das Rathaus. Weitere Aufführungen waren dann am Tag darauf, dem Samstag (oder gegebenenfalls auch am Sonntag). Volles Programm haben die Schäffler  am Samstag und Sonntag des darauffolgenden Wochenendes, Vom Faschingssamstag bis zum Faschingsdienstag sind dann toujours Auftritte angesagt.